Als Kunstmuseum in Paris hat das Musée d'Orsay zwar keinen vergleichbar hohen Bekanntheitsgrad wie das
Louvre Museum erreicht, dennoch ist es ein gern besuchtes Ausflugsziel zahlreicher Touristen, die in die Stadt
der Liebe strömen. Das Musée d'Orsay liegt am südlichen Ufer der Seine, direkt gegenüber befindet sich der Tuileriengarten.
Der Bereich im Musée d'Orsay, in welchem man heute Kunst aus verschiedensten Epochen bestaunen kann, hat eine aufregende Geschichte hinter sich.
Schliesslich befand sich genau hier zu Beginn des 17. Jahrhunderts noch der Garten von Königin Margarete von Valois. Allerdings wurde der Garten
1615 nach dem Tod der Königin stückweise verkauft. Über viele Jahre tummelten sich am heutigen Museum von Orsay Stadthäuser, in denen es sich reiche
Menschen am Ufer der Seine und dem Hafen von Grenouillière gemütlich machten. Zu Ehren der Weltausstellung im Jahre 1900 wurde hier ein
Bahnhof errichtet, der dann 1977 zu einem Museum, dem heutigen Musée d'Orsay, umgebaut wurde.
Als Architekt war 1900 der Franzose Victor Laloux am Werk. Schnell stellte man aber fest, dass dieser Bahnhof nicht mehr ausreichte, denn die
Stadt Paris wuchs ziemlich schnell, was zur Folge hatte, dass längere Züge gefordert waren. Da der Bahnhof d'Orsay keine längeren Bahnsteige
bieten konnte, wurde er geschlossen.
Viele Touristen finden diese Entscheidung gut, sonst hätten sie heute keinerlei Möglichkeit, die wunderschöne Kunstsammlung des Musée d'Orsay
zu bestaunen. Man findet hier sowohl Gemälde als auch Skulpturen, Werke aus dem Bereich des Designs und des Kunsthandwerks, sowie Grafiken und
Fotografien. Eine Besonderheit im Musée d'Orsay stellen aber auch die Bauteile und Entwürfe der Baukunst sowie alte Möbel dar. Hier lassen sich
Werke aus den Jahren 1848 bis 1914 bestaunen. Die grosse Sammlung findet bei vielen Besuchern Anklang.
Auf einer Fläche von 16'000 Quadratmetern lassen sich im Musée d'Orsay mehr als 4'000 Exponate finden. Vertreten sind namhafte Künstler, wie zum
Beispiel Monet, Van Gogh und Renoir. Insgesamt gibt es drei Etagen. Im Erdgeschoss findet man hauptsächlich Kunst aus der Zeit vor dem Impressionismus,
während im Zwischengeschoss Kunstwerke des Naturalismus auf einen warten. Das Obergeschoss hingegen beschäftigt sich mit Kunstwerken des
Impressionismus und des Postimpressionimus.
Aber nicht nur die Kunstwerke selbst machen dieses Museum zu etwas ganz Besonderem. Selbst Touristen, die der Kunst nur wenig abgewinnen können,
werden begeistert sein, denn man kann die Architektur des Gebäudes von verschiedenen Aussichtspunkten bewundern. Wenn das Wetter gut ist, sollte
man auch unbedingt die Freiluftterrasse aufsuchen. Hier hat man einen faszinierenden Ausblick über Paris.
Wer dem Musée d’Orsay einen Besuch abstatten und die Kunstwerke genauer unter die Lupe nehmen möchte, bekommt dienstags, mittwochs, freitags,
samstags und sonntags von 9:30 bis 18 Uhr Gelegenheit dazu. Donnerstags kann man die Kunst sogar bis 21:45 Uhr bestaunen, während das Museum
montags geschlossen hat. Erwachsene bezahlen 9.50 Euro Eintritt, Kinder unter 18 Jahren können das Musée d’Orsay besichtigen, ohne dafür bezahlen
zu müssen.