Die Westminster Abbey ist das vermutlich bedeutsamste Kirchgebäude in ganz Grossbritannien. Das ergibt sich nicht nur aus dem hohen Alter und der
prachtvollen Optik, sondern noch vielmehr aus der Funktion dieser Kirche. Die Könige werden hier gekrönt, was das Kirchgebäude immer wieder in den
Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückt.
Die Entstehungsgeschichte dieses religiösen Bauwerkes reicht ein knappes Jahrtausend zurück. Nachdem sich hier mehrere Jahrhunderte ein Kloster befand,
begann im Jahre 1045 der Bau einer Kirche. Verantwortlich dafür war der damalige König, Eduard der Bekenner. Als er im Jahre 1066 verstarb, war das der
Beginn einer Jahrhunderte andauernden Tradition. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden die verstorbenen britischen Monarchen hier beigesetzt, sodass
letztendlich 102 Mitglieder der englischen Königsfamilie an diesem Ort ihre letzte Ruhe fanden. Während all dieser Jahrhunderte fand immer wieder ein
Umbau statt. Es begann im Jahre 1245, als König Heinrich III den gotischen Baustil für das Kirchgebäude auswählte. Später, im 15. Jahrhundert, wurde die
westliche Fassade errichtet, und der Aufbau der beiden Haupttürme fand schliesslich erst im 18. Jahrhundert statt.
Wer die Westminster Abbey besichtigt, wird mit einer Vielzahl von unvergesslichen Eindrücken konfrontiert. Die Künste der vergangenen Jahrhunderte sind
mehrfach zur Schau gestellt, sodass die Besucher aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Das beginnt bereits am Haupteingang, der sich an der Westseite
befindet. Die Darstellung der vier christlichen Tugenden (Wahrheit, Barmherzigkeit, Frieden und Gerechtigkeit) bietet hier einen wunderschönen Anblick.
Ebenso wie die Figuren der Märtyrer des 20. Jahrhunderts, die an zehn Persönlichkeiten der Zeitgeschichte erinnern.
Wer dieses Bauwerk besichtigen möchte, wird über die Vielzahl an Veranstaltungen erfreut sein. Dabei sind zunächst einmal die Gottesdienste zu nennen.
Wochentags und auch am Wochenende stehen mehrere Termine an, über die man sich auf der mehrsprachigen
Webseite informieren kann. Zu den festen Bestandteilen eines jeden Tages zählen die
christlichen Gebete. Einmal pro Stunde wird eine Minute inne gehalten, um ein Gebet zu sprechen. Besucher können gerne daran teilnehmen.
Empfehlenswert sind auch die regelmässig stattfindenden Führungen, die zwar nur in englischer Sprache angeboten werden, dafür aber auch viel
Hintergrundwissen vermitteln. Einziger Wermutstropfen ist, dass innerhalb des Kirchgebäudes keine Foto- oder Videoaufnahmen erlaubt sind. Dafür aber
sind über die Jahre viele englischsprachige Bücher erschienen, die nicht nur die Geschichte der Kirche erzählen sondern auch mit vielerlei Bildern
ausgestattet sind. Erst im Jahre 2005 hat der Schriftsteller Richard Jenkyns ein neues Buch über die Geschichte des religiösen Gebäudes auf den Markt
gebracht. Wer der Faszination dieses imposanten Bauwerkes erlegen ist, kann also auch nach der Besichtigung noch in die Historie des Westminster
Abbey eintauchen.