Das British Museum (Britisches Museum) ist nicht ohne Grund eines der bekanntesten Museen unserer Erde. Es verfügt nicht nur über eines der
grössten und bedeutsamsten Sammlungen, es handelt sich laut Historiker auch um das älteste Museum der Welt. Und als wäre das nicht schon Anreiz
genug, ist der Museumsbesuch auch noch kostenlos. Kein Wunder also, dass Jahr für Jahr 4.5 Millionen Besucher in dieses imposante Bauwerk
strömen und sich an der Ausstellung erfreuen.
Rund sieben Millionen Objekte sind vorhanden, die die gesamte menschliche Kulturgeschichte erzählen. Nicht all diese Objekte sind ausgestellt, denn
das würde den Rahmen sprengen, aber die bedeutsamsten Ausstellungsstücke sind jederzeit zu besichtigen. Dazu zählen zum Beispiel die Sammlung
ägyptischer Mumien und die 2'000 Jahre alte Moorleiche. Auch wenn der Wunsch vorhanden sein mag, wird man an einem einzigen Tag nicht dazu in der
Lage sein, alle Ausstellungsstücke zu besichtigen. Besucher wären also gut beraten, sich auf bestimmte Themengebiete zu fokussieren. Insgesamt
94 Galerien stehen zur Auswahl, sodass der Besucher schon zu Beginn entscheiden kann, welche Galerien ihn besonders interessieren.
Neben den Ausstellungsstücken stellt auch das Gebäude an sich einen echten Hingucker dar. Die Architekten Robert Smirke und Norman Foster hatten
während der Planungsphase höchste Ansprüche und errichteten so ein Bauwerk, das auch mehr als 150 Jahre nach der Fertigstellung (im Jahre 1848
wurde es eröffnet) noch für Faszination sorgt. Nicht nur wegen der Grösse, der Innenhof ist 7'100 Quadratmeter gross, sondern noch vielmehr wegen
dem traumhaft schönen Glasdach. Es besteht aus sage und schreibe 1656 Paar Glasplatten, die ein unglaubliches Gesamtbild ergeben. Neben der
eigentlichen Ausstellung ist auch die Bibliothek des Museums imposant. Es umfasst rund 350'000 Bände, wovon rund 25'000 Bände im öffentlichen
Lesesaal ausgestellt sind.
Trotz der Popularität dieses Museums hat es in der jüngsten Vergangenheit Einnahmeeinbussen zu verzeichnen. Im Jahre 2004 / 2005 lagen die Einnahmen
beispielsweise noch bei 60.3 Millionen Pfund, und im darauffolgenden Jahr betrugen sie nur noch 58.1 Millionen Pfund. Die Einnahmen bilden sich
einerseits aus staatlichen Zuschüssen, die rund 75 Prozent ausmachen, und andererseits aus den Eintrittsgeldern bei Sonderausstellungen.
Wie die meisten bedeutsamen Sehenswürdigkeiten in London ist auch das British Museum problemlos mit der Bahn zu erreichen. Die museumseigene
Bahnstation wurde zwar bereits im Jahre 1933 geschlossen, dafür aber befinden sich die Stationen Holborn und Russell Square in der naheliegenden
Umgebung des Museums. Eine Anfahrt mit dem PKW ist aber ebenfalls möglich. Auch wenn London reich an Attraktionen ist, zählt der Besuch des
British Museums zum Pflichtprogramm. Denn nirgendwo sonst auf der Welt sind die vergangenen zwei Millionen Jahre der Menschheit so faszinierend
und interessant dargestellt.